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2022

33. EuropaAbend mit Dr. Robert Habeck

Passender hätte der Veranstaltungsort kaum sein können: Zum 33. EuropaAbend hatte der AGA in das ehemalige Hauptzollamt der historischen Speicherstadt eingeladen. Wo früher weltumspannende Handelsströme durchliefen, empfing der Unternehmensverband am 21. Oktober, gemeinsam mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank, den Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck. Durch den Abend führte die renommierte Journalistin und Autorin Jana Werner.

Robert Habeck hielt ein starkes Plädoyer für Europa und das gemeinsame Agieren der europäischen Länder in der Krise: „Der Angriff auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf das Wertesystem Europas. Er darf nicht erfolgreich sein, sonst gerät die innere Stabilität Europas ins Wanken. Wenn wir aufgeben, geben wir das Gründungsversprechen Europas auf“, so der Bundeswirtschaftsminister in seiner Festrede und hob die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes hervor: „Ihn müssen wir schützen, stärken und weiterentwickeln. Wenn wir damit erfolgreich sind, vertiefen wir die europäische Einigung.“ Denn ohne die wirtschaftliche Kraft, sei die demokratische Grundordnung in Gefahr.

„Im Angesicht der Krise und der Aggression ist es wichtiger denn je, die europäischen Werte mit aller Macht zu verteidigen“, unterstrich auch Katharina Fegebank in ihrem Grußwort. Es sei nötig, einerseits die transatlantischen Beziehungen zu stärken und andererseits neue Partner zu suchen. „Wir müssen gute Handelsbeziehungen mit denen ausbauen, die unsere Werte teilen. Wir wollen CETA ratifizieren, die EU hat 2019 ein Freihandelsabkommen mit Vietnam geschlossen und Hamburg baut aktuell seine Handels- und Wirtschaftskooperation mit  Lateinamerika, mit Chile, Argentinien und Uruguay aus“, so die Zweite Bürgermeisterin.

„Für uns in Hamburg hat sich nie die Frage gestellt, ob wir leidenschaftliche Europäerinnen und Europäer sind. Die dynamische Entwicklung Hamburgs und der Metropolregion ist eng mit der europäischen Einigung verbunden“, bekräftigte Katharina Fegebank. Als Handels- und Hafenmetropole habe die Hansestadt immer von der engen Kooperation mit ihren Nachbarn profitiert: von der Zollunion, dem gemeinsamen Binnenmarkt, der gemeinsamen Handelspolitik und der Einführung des Euro.

Dr. Hans Fabian Kruse hob ebenfalls die Bedeutung des Freihandels hervor: „Am wichtigsten ist es, die transatlantische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA zu stärken. Es genügt nicht, wenn wir über Buy-American-Vorschriften schimpfen, wir müssen nach Lösungen suchen.“ Mit der bevorstehenden Ratifizierung von CETA habe Deutschland den richtigen Weg eingeschlagen und sende ein wichtiges Signal an die EU-Mitgliedsstaaten, die noch nachziehen müssten. „Meines Erachtens sind pragmatische kleine Schritte wichtiger als eine gescheiterte Weltverbesserung“, betonte der AGA-Präsident mit Bezug auf das von zahlreichen Vorurteilen belastete MERCOSUR-Abkommen.

Kruse lenkte den Blick außerdem auf die Energiekrise. Sie müsse vorrangig gelöst werden: „Energie ist das Blut in den Lebensadern der Wirtschaft. Die massiven Preissprünge belasten viele kleine und mittlere Unternehmen stark. Um die Angebotsseite in dieser Notsituation zu stärken, müssen alle vorhandenen Potenziale für die Stromproduktion genutzt werden.“ Dazu gehöre auch, Widerstände gegen die erneuerbaren Energien mit Sachkenntnis und Augenmaß aus dem Weg zu räumen.

Im Anschluss an die Festrede nahm Bundeswirtschaftsminister Habeck teil an einem Politik-Talk mit Katharina Fegebank, Dr. Hans Fabian Kruse und Marcus Vitt, Vorstandssprecher von Donner & Reuschel. Letzterer sieht die Inflation als eine der größten Herausforderungen: „Wir erleben nach rund 40 Jahren tendenziell sinkender Inflationsraten und fallender Zinsen einen bedeutenden Regimewechsel. Doch obwohl die Null- und Negativzinsen auf lange Sicht überwunden sind: die Inflationsraten explodieren und sorgen dafür, dass die Realzinsen negativ verbleiben. Das wird die Wirtschaftslage in Europa noch jahrelang beeinträchtigen.“ Für Marcus Vitt, der sich auch als Vorstandsvorsitzender des norddeutschen Bankenverbandes seit Jahren für eine Reform der Geld- und Fiskalpolitik einsetzt, liegt eine Ursache dieser Schieflage im Versäumnis der EZB, rechtzeitig auf die lauernden Inflationsgefahren zu reagieren. „Die nächsten Jahre werden ein Kraftakt, den wir nur im Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Banken und Politik stemmen werden“, so das Resümee des Finanzexperten.

Auch Kultur gehört fest zum Rahmenprogramm jedes EuropaAbends. Für die musikalische Untermalung sorgte der Hamburger Ausnahmepianist Sebastian Knauer. Er spielte auf einem von Steinway & Sons bereitgestellten Konzertflügel, dem Modell D-274 Spirio | r, ausgestattet mit dem innovativen, hochauflösenden Selbstspielsystem. Wie Simone Sophie Gawlik, Managerin des Steinway & Sons Flaghip Stores Hamburg, erläuterte, hatte die neue Livestreaming-Technologie erst am Vortag in der Elbphilharmonie mit dem Pianisten Lang Lang Weltpremiere gefeiert.

Wir bedanken uns für die Unterstützung des 33. EuropaAbends bei: 

 

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